Nach 30 Jahren noch unglaublich überraschend! The Next Generation Staffel 3 -Episode 15

Ich wollte zwar nicht, aber jetzt muss ich doch einen Artikel über Star Trek schreiben. Schuld daran ist irgendwie die bald erscheinende Serie “Star Trek: Picard”, welche auf Amazon Prime (Deutschland) ab den 24. Januar 2020 ausgestrahlt wird. Zur kleinen Einstimmung hier der deutsche Trailer.

Ich oute mich mal als normalen Konsumenten des Star Trek Franchise! Ich bin kein Nerd und erst recht kein Trekkie, aber doch seit Kindesbeinen Bewunderer des von Gene Roddenberry erdachten Universums. Bisher frönte ich aber nur die Filme und zwar alle Filme. Einschließlich den in meinen Augen geglückten Reboot von 2009 (Amazon, Netflix).

Der Serienkonsum beschränkte sich auf ein paar Next Generation und wenige Deep Space Nine Folgen. Es gab halt in den Mittneunzigern nicht den Luxus Serien einfach nach belieben anzuschauen. Man war darauf angewiesen zu einer bestimmte Zeit an einem bestimmten Wochentag vor der Mattscheibe zu kleben und damit war es als Teenager einfach unmöglich alle Folgen jeder Staffel zu konsumieren. Dennoch gefiel mir damals schon die Idee, dass sich Raumschiffe wie U-Boote verhalten. Vielleicht hatte auch “Jagd auf Roter Oktober” einen großen Anteil daran, denn das war 1990 immerhin einer meiner Lieblingsfilme. Nebenbei ist und bleibt die Enterprise das schönste und eleganteste Raumschiff im SciFi Universum. Das war so und wird für immer so bleiben – Basta.

Rückkehr zur nächsten Generation

Das ich mich für nicht besonders anspruchsvoll in Sachen Weltraumserien halte, erkennt man am besten daran das ich der Serie “Star Trek: Discovery” (AmazonNetflix) echt was abgewinnen konnte und sogar für sehr gelungen halte. Wobei ich ehrlich gestehen muss, dass für mich die im gleichen Zeitraum erschienene TV-Serie “Lost in Space” (Netflix) einfach besser funktioniert hat. Nichtsdestotrotz sagte ich so zu mir:

“hey, das war echt nicht Schlecht! Schau dir doch auch mal die alten Serien an, mach dich mal zum echten Trekkie und lass mal die alten Klassiker Revue passieren.”

Was natürlich ein großer Fehler war. Denn trotz aller Nostalgie Bemühungen, konnte ich mir die alten Kirk Teile (Netflix) der späten sechziger nicht einverleiben – unmöglich. Ich habs zwei Folgen lang probiert, doch mehr ging einfach nicht. Dafür wurde ich dank der von Netflix intelligent eingesetzten Bots einer mir weiteren unbekannten Star Trek Serie vorgestellt. “Star Trek: Enterprise” (Netflix).

“Star Trek: Enterprise” erschien 2003 und erklärt damit auch wieso ich bisher nichts davon mitbekommen habe. 2003 kamen nämlich unsere Zwillinge auf die Welt und damit für mindestens zwei Jahre der Ausschluss aus der Gesellschaft, mit einer anschließenden mehrjährigen langsamen Rückführung in selbige. Macht aber nichts, denn die vier Staffeln kann man sich auch prima heute noch geben.

Um den Bogen wieder zurück (chronologisch richtiger wäre nach vorne) zu “Star Trek: Picard” zu schlagen. Der Picard Trailer ist schuld daran das ich mich wieder mit dem 90er Jahre Klamauk “Star Trek TNG” auseinandersetzen muss. Denn dank dem Trailer und der Star Trek: Enterprise Serie, bin ich wieder voll im NCC 1701 Fieber. Ich weiß! Die Enterprise der „Start Trek: Enterprise“ Serie ist eine NX Version. Dennoch muss ich unbedingt vor dem Serienstart bestmöglich gewappnet sein und das schließt eben das anschauen der sieben “TNG” Staffeln mit ein.

“Der Weltraum – unendliche Weiten. Wir befinden uns in einer fernen Zukunft. Dies sind die Abenteuer des neuen Raumschiffs Enterprise, das viele Lichtjahre von der Erde entfernt unterwegs ist, um fremde Welten zu entdecken, unbekannte Lebensformen und neue Zivilisationen. Die Enterprise dringt dabei in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.”

Yeah, ich bin wieder voll drin. Schlagartig wurde ich in meine jugendliche Vergangenheit gebeamt und Erinnerungen an Mega Drive, Bravo und dem Calgonit-Nachbarn wurden wach. OK, die ersten Teile der ersten Staffel ziehen sich schon ein bisschen und wirken für heutige Verhältnisse wie eine allnachmittägliche Soap Sendung. Dennoch hielt mich die wohlige Wärme der Vergangenheit und die schauspielerische Leistung von Patrick Stewart und Jonathan Frakes bei der Stange. Zum Glück! Denn die Serie wurde von Folge zu Folge besser.

Den aktuellen Höhepunkt markiert dabei bis jetzt die Folge 15 aus der dritten Staffel, weiter bin ich ja noch nicht, und damit auch der Grund warum ich unbedingt einen Artikel über diesen “alten Schinken” schreibe.

Die alte Enterprise (Staffel 3 Episode 15)

***Achtung Spoiler!!!***

Kommen wir nach meiner kurzen Vorrede zum eigentlichen Thema des Artikels. Die Episode 15 der dritten Staffel erschien irgendwann Anfang der 90er und behandelt die All-gegenwärtige Problematik des Raum-Zeit-Kontinuums. Das allerdings auf eine Art und Weise, die ich für die 90er Jahre echt nicht erwartet hätte. Ich werde jetzt versuchen die Handlung so weit wie möglich auf ein minimum herunter zu brechen, was angesichts einer parallel stattfindenden Geschichte echt schwer ist.

Die erste Szene beginnt mit einem Smalltalk zwischen der Bardame Guinan (Whoopi Goldberg) und dem Klingonen Worf, als sich just im gleichen Moment eine Raumanomalie auftat. Dank diesem Raum-Zeit-Kontinuums, gelangte eine Vorgänger Enterprise aus der Vergangenheit in die Gegenwart der Enterprise NCC-1701-D. Soweit so normal.

Allerdings änderte sich zeitgleich mit dessen Erscheinung einiges auf der Enterprise von Picard. Die ganze Stimmung ist auf einmal erkennbar düsterer geworden und auch einige bekannte Besatzungsmitglieder fehlten auf einmal. Auf der anderen Seite läuft ein schon lang verstorbenes Mitglied auf der Brücke umher und empfängt, einfach mal so, Befehle von einem Picard der wiederum ist in keinster Weise darüber irritiert scheint. Was war passiert?

Hätte hätte Fahrradkette

Schnell wird einem klar, dass durch dem erscheinen der alten Enterprise NCC-1701-C, auch die Gegenwart der neuen NCC-1701-D verändert wurde. Als Zuschauer wird man quasi einfach in die veränderte Situation der D-Enterprise geworfen. Das verwirrt zwar anfänglich, lässt aber den Aha Effekt um so größer ausfallen.

Im weiteren Verlauf erfährt man dann, dass die (alte) NCC-1701-C vor 20 Jahren damit beauftragt war einen klingonischen Außenposten zu sichern und dabei von einem Rudel romulanischen Raumschiffen angriffen wurde. Kurz vor ihrer Zerstörung wurde das Raumschiff samt Besatzung in die Zukunft, beziehungsweise in die Gegenwart der neuen NCC-1701-D befördert.

Das ist zwar für die Besatzung ganz gut, da sie durch diesen Vorfall überlebt haben, hat aber den Nachteil das damit weitreichende Änderungen im Lauf der Geschichte stattgefunden haben. Im normalen Zeitverlauf wäre die alte NCC-1701-C draufgegangen und zwar nicht einfach mal so, sondern beim heldenhaft beschützen einer Klingonen Basis.

Kenner der Serie wissen das ein heldenhafter Tod das wichtigste für einen Klingonen ist und genau dieser Vorfall hatte auch den Klingonen einen anderen Blick auf die Menschen werfen lassen. Ab diesen Zeitpunkt waren Menschen keine Feiglinge mehr, sondern tapfere Krieger und einem Bündnis zwischen Mensch und Klingonen stand demnach nichts mehr im Weg. So ist es aber jetzt nicht gekommen.

Die C-Enterprise hat überlebt und ein Allianz zwischen Klingonen und den Menschen hat nie stattgefunden. Das wiederum führte dazu, dass die UFP (Vereinigte Föderation der Planeten) destabilisiert wurde und nun kurz vor der Vernichtung steht.

Die Krux der Geschichte, die Crew der neuen D-Enterprise weiß davon natürlich nichts. Ist ja nun nicht passiert. Sie leben aktuell im Krieg mit den Klingonen und sehen in der Erscheinung der C-Enterprise, eine glückliche Fügung des Schicksals. Das diese dennoch wieder zurück in ihre Gegenwart muss, steht außer Frage, aber man könne ihr ja vorher mit ein paar modernen Gimmicks unter die Warp-Gondeln greifen. Vielleicht kann man somit den Verlauf der Geschichte ändern.

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Kommen wir zu Bardame Guinan, welche El-Aurianerin ist. Diese Spezies scheint in irgendeiner Weise übernatürliche Wahrnehmungen zu besitzen, zumindest erfährt man das als Zuschauer im Verlauf der dritten Staffel. Jedenfalls hatte Guinan gleich zu Anfang ein merkwürdiges Gefühl, was sich zwar an Einzelheiten nicht festmachen lässt, aber ihr eindeutig klar macht das die jetzige Zeitlinie “Falsch” ist.

Im Laufe der 45 Minuten wurde ihre Sicht der Dinge immer klarer, zumindest schien es so. Sie schafft es dann auch Picard davon zu überzeugen, das die alte C-Enterprise unverändert zurück in ihre Gegenwart muss. Das wäre zwar ihr sicherer Tod, aber nur so könne auch die “richtige” Zeitlinie wieder stattfinden.

Das ist an und für sich schon eine super Ausgangsposition für gelungene 45 Minuten. Man stelle sich vor, man könne Kollegen das Leben retten, darf es aber nicht und das nur weil eine Person der Meinung ist das dies verkehrt sei. Soweit echt klasse, aber die Sci-Fi Krone wird mit einer weiteren sekundären Handlung aufgesetzt.

Ein würdevoller Abgang

Den nachfolgenden Abschnitt kann man nur verstehen, wenn man bis zur dritten Staffel einige oder am besten alle Teile der Serie gesehen hat. Die oben erwähnte verstorbene und wieder auferstandene Person ist die Sicherheitsoffizierin Tasha Yar. Tasha erfuhr in der ersten Staffel einen überraschenden sowie sinnlosen Tot und das, obwohl sie kein rotes Shirt anhatte.

In dieser Folge taucht sie aber dank der alternativen Zeitlinie wieder auf und unterhält sich mit der Bardame Guinan so, als ob sie sich schon ewig kennen würden. Dabei erfährt sie aber, dass sie sich im Grunde gar nicht kennen dürften. Tasha starb noch, bevor Guinan auf die Enterprise kam. Weiter teilt ihr Guinan mit, dass sie tot sein müsste, und sie wisse zwar nichts genaueres, aber das ihr Tod sinnlos war.

Das ist doch mal ein Brett, oder? Versetzt euch mal in die Lage von Tasha! Nicht nur das ihr erfahrt das ihr eigentlich tot sein müsstet, nein ihr dürft auch noch einen unnützen Tod sterben. Klar das Tasha daraufhin beschließt sich auf die alte Enterprise NCC-1701-C versetzten zu lassen. So könne sie zumindest ihren sinnlosen Tod der echten Gegenwart, gegen einen bedeutsameren Tod in der Vergangenheit einzutauschen. Picard stimmt letztendlich zu.

Fazit

Warum schreibe ich über eine Sendung die 30 Jahre alt ist einen Artikel? Wohl wissend das sie nach mehr als drei Jahrzehnten vermutlich von niemanden gelesen wird? Die Antwort ist ganz einfach! Um der Serie zu würdigen. Würdigen das sie nach über drei Jahrzehnten immer noch überraschen kann und zumindest mich auch heute noch nachhaltig beeindruckt.

Kenner der Serie werden sich jetzt vermutlich laut lachend den Bauch halten und sich wundern, aber lasset euch gesagt sein, ich bin Neueinsteiger, mich kann das überraschen. Sicherlich kommen noch weitere Folgen, dessen Lobeshymnen noch höher ausfallen können. Allerdings bin ich jetzt vorbereitet. Ich weiß mittlerweile das mehr hinter “The Next Generation” steck als eine alte Space-Soap aus meiner Jugend. Ich muss jetzt nur noch versuchen die restlichen 115 Folgen vor dem 25. Januar zu konsumieren. Lebet lang und in Frieden.

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