Mein altes 2009er MacBook möchte ein frisch installiertes MacOS. Leichter gesagt als getan

Mittlerweile dürfte auch der letzte Leser mitbekommen haben, dass ich auf der Suche nach einem mobilen Blogging-Gerät bin. Das Problem dabei, es darf so gut wie nichts kosten. Somit fällt mein favorisiertes System, ein neues MacBook Pro, gnadenlos aus dem Raster. Nicht unbedingt weil die Anschaffung ein bedeutendes Loch ins Haushaltsbudget graben würde, das natürlich auch, aber in erster Linie weil ich mir sicher bin das Apple demnächst “echte” neue Hardware vorstellen wird. Siehe dazu meinen Artikel “Eine Dekade Langeweile: Leidet Apple mittlerweile an Innovationsarmut?

Von dieser Misere mal abgesehen brauche ich aber jetzt eine mobile alternative. Der Einsatz am Sofa oder in der Toskana verlangt einfach danach. Ich habe diesbezüglich schon so einige Möglichkeiten durchgekaut, aber egal ob modifiziertes iPad oder Mini-Ubuntu-Notebook, so wirklich 100 Prozentig war ich nie mit einer meiner Lösungen zufrieden. Wobei ich ehrlicherweise gestehen muss, dass letzteres rein wegen der Displaygröße durchgefallen ist und nicht wegen der Benutzbarkeit. Wie dem auch sei, der Zufall meinte es gut mit mir und ich bekam eines Tages ein schon in die Jahre gekommenes MacBook Pro.

Technische Daten des MacBook Pro

  • MacBook Pro (15 Zoll, 2,53 GHz, Mitte 2009)
  • Prozessor: 2,53 GHz Intel Core 2 Duo
  • Speicher: 4 GB 1067 MHz DDR3
  • Grafikkarte: NVIDIA GeForce 9400M 256 MB
  • Festplatte: 128 GB Solid-State SATA
  • Höchstmögliches Betriebssystem lt. Apple: MacOS X El Capitan
  • ausgeliefertesBetriebsystem: MacOS X Snow Leopard
  • installiertes Betriebssystem: MacOS X El Capitan

Mal eben MacOS installieren

Da ich notorisch immer und ohne Ausnahme ein frisch installiertes System bevorzuge, musste auch das MacBook Pro diesen Schritt über sich ergehen lassen. Immerhin handelt es sich hier um einen fremden Mac und wer weiß was mit dem alles gemacht wurde. Da es sich zweifelsohne um ein Apple Produkt handelt, sollte eine Neuinstallation keinerlei Probleme bereiten. Denke ich mal.

Mit Apples Webseiten Anleitung

Stöbert man zwecks einer Neuinstallation auf der Apple eigenen Homepage herum, stolpert man sehr schnell über folgende interessante Seite: “macOS über die macOS-Wiederherstellung neu installieren“. Dort wird in einer einfachen Anleitung erklärt, was man in einem Fall wie meinem zu tun hat. Das ganze ist ziemlich simpel und reduziert sich im Endeffekt auf drei einfache Tastenkombinationen während des hochfahrens.

  1. Befehlstaste (⌘) & R ; Installiert die neueste macOS-Version die auf dem Rechner installiert war (wird empfohlen).
  2. Wahltaste & ⌘ & R ; Installiert die neueste macOS-Version die mit deinem Mac kompatibel ist.
  3. Umschalttaste & Wahltaste & ⌘ & R ; Installiert das macOS mit dem dein Mac ursprünglich geliefert wurde oder die der ursprünglichen Version am nächsten kommt.

Da ich eh das neuste MacOS haben möchte welches mein MacBook zu bewältigen vermag, startete ich den Rechner neu und hielt dabei die [Wahltaste, die Befehlstaste und die R Taste] gedrückt. Nach einer kurzen Weile erschien auch schon der angebissene Apfel und ich konnte meine Finger wieder entkrampfen lassen. Wer kommt überhaupt auf solche Tastenkombinationen? Man hat ja nur eine Hand zur Verfügung, die andere drückt ja den Powerknopf. Egal! Nach einer weiteren kurzen Ladezeit landete ich auch schon in der “MacOS Utilities” Oberfläche und wählte aus mehreren Möglichkeiten das “MacOS erneut installieren” aus.

Der typische OS X Ladebildschirm erschien und mein Mac bestand auf eine funktionsfähige Internetverbindung, ansonsten würde er gar nichts machen. Also gut, mein Mac will Internet, mein Mac bekommt Internet. Sollte ja kein größeres Problem darstellen. Nach weiteren 10 Sekunden musste ich mich mit meinem Account anmelden, also wirklich ich musste. Es gab kein später oder wir machen mal ohne weiter! Die MacOS Installation verlangte einfach einen bestehenden Account. Ich habe natürlich getan was mir der Mac befohlen hat und wurde dafür mit folgendem Satz belohnt:

Dieser Artikel ist vorübergehend nicht verfügbar. Versuchen Sie es später erneut.

Was zu Hölle soll das heißen und vor allem was will mir mein MacBook damit sagen? Ist der Artikel morgen wieder da und nur kurz Zigaretten holen oder kommt der Artikel niemals wieder? Und ist mit “dieser Artikel” das MacOS gemeint oder etwas anderes? Fragen über Fragen, dessen Antworten der Mac mir bis heute noch schuldig bleibt. Sowas passiert schon mal in der iT-Welt, dachte ich mir und musste schlagartig an die altbekannte Windows Fehlermeldungen denken:

“Der Datenträger in Laufwerk A:/ kann nicht formatiert werden, da er noch nicht formatiert ist. Soll er formatiert werden?”

Immerhin gibt es ja von Apple noch zwei weitere Möglichkeiten um das System wiederherzustellen. Also wurde als nächstes die dritte Möglichkeit [Umschalttaste (Shift) & Wahltaste (Alt) & Befehlstaste (Command) & R] beim starten gehalten. Merkwürdigerweise landete ich wieder bei der gleichen Installation mit exakt der gleichen Fehlermeldung. (Dieser Artikel ist vorübergehend nicht verfügbar. Versuchen Sie es später erneut.)

Aller guten Dinge sind ja bekanntlich drei und aus diesem Grund wurde als letzter Versuch die erste und einfachste Tastenkonstellation [Befehlstaste & R] beim starten gedrückt. Ich denke ihr wisst was kommt. Genau! Auch hier landete ich in der gleichen Installation wie schon bei den zwei vorangegangen Versuchen und auch hier endete die Installation mit “Dieser Artikel ist vorübergehend nicht verfügbar. Blabla bla”.

Seltsamerweise war ich darüber mehr erstaunt als verärgert und überdachte meine letzten Handlungen. Und siehe da, das Déjà-vu Problem war eigentlich kein Déjà-vu Problem, sondern das Zusammenspiel unglücklicher Umstände. Folgendes: Die neuste Version die mein MacBook benutzt hatte, war das Mac OSX El Capitan. Die neuste Version die an meinem MacBook möglich ist, ist auch das Mac OSX El Capitan. Ihr könnt es euch sicherlich denken, die Version die der ursprünglichen am nächsten kommt und gleichzeitig auch online verfügbar ist, ist auch wieder Mac OSX El Capitan. So gesehen führt kein Weg an El Capitan vorbei, egal was ich tue!

Diese Erkenntnis war zwar im ersten Moment befriedigend, half mir aber bei meinem Projekt, das MacBook Pro zu reaktivieren, auch nicht weiter. Meine immer größer werdende Hilflosigkeit ließ schon mich unkontrolliert in sämtlichen Tüten und Schachteln der Originalverpackung herumsuchen und siehe da, ich fand sogar was.

Die dubiose Stick Installation

Tief in der Schachtel, eingepackt in einem Kuvert, befand sich ein ominöser USB-Stick mit einer ausgedruckte und wenig an einem Originaldokument erinnerten “so installierst du MacOS” Anleitung. Probieren kann ja nicht schaden, dachte ich mir und wühlte mich durch fragwürdige Tastenkombinationen mit einigen seltsamen Terminal Befehlen.

Nach ein paar Minuten unkoordiniertes Tastatur gehacke meinerseits, begann auch eine sehr vielversprechende Installation anzulaufen.

Allerdings ward die Freude nur von kurzer Dauer, denn die Installation brach nach 10 Minuten ohne irgendeiner Fehlermeldung ab. Durch die Uhrzeit sichtlich genervt, war ja auch schon 2 Uhr morgens, suchte ich mir Hilfe im Netz.

Bootbaren USB-Stick mit Bordmitteln erstellen

Hilfe habe ich auch bekommen, aber anders als ich erwartet habe. Über die Google Suche landete ich nämlich auf der “Startfähiges Installationsprogramm für macOS erstellen” Seite von Apple. Ja, selbst Apple hat für Retro-Mac-Besitzer ein Anlaufstelle, wenn auch diese nur schwer zu finden ist.

Laut der Anleitung muss ich El Capitan hier herunterladen und mit einem Doppelklick auf einem bestehendem System öffnen. Glücklicherweise stand da noch so ein 2015er Retina iMac bei mir herum und ich konnte so der Anordnung auch Folge leisten.

Kurz darauf erschien auf meinem iMac eine virtuelle Festplatte Namens “Install OSX”, welche sich auch selbständig geöffnet hat und mir ein Fenster mit einer “.pkg” Datei zeigte.

Diese “.pkg” Datei, was nicht anderes ist als ein Installer, habe ich gedoppelklickt und somit den Installationsprozess in Gang gesetzt. Nach Beendigung der Installation fand ich im Ordner “Programme” das Programm “OSX El Capitan Installation”. So gesehen habe ich quasi das El Capitan Installationsprogramm mit einer Installationsdatei installiert nachdem ich es als Installationslaufwerk eingebunden habe. Schon echt crazy mein Mac.

Der nächste Schritt bestand darin den USB Stick vorzubereiten. Das macht man am besten mit dem “Festplattendienstprogramm” welcher sich im Ordner “Programme” und hier nochmals im Ordner “Dienstprogramme” befindet. Dort angekommen wählte ich den USB Stick auf der linken Seite aus und löschte ihn mit dem Namen “MyVolume“. Der Name MyVolume ist wichtig, da der spätere Terminal Befehl diesen Namen als Voraussetzung nimmt.

Als nächstes öffnete ich das Terminal, welche sich am leichtesten über die Spotlight-Suche finden lässt. Kurz darauf befinde ich mich auf einer sehr frühzeitlichen Oberfläche wieder. Willkommen im Terminal.

Hier angekommen füge ich den Text den mir die Apple Seite für mein Betriebssystem angeben hat ein.

sudo /Applications/Install\ OS\ X\ El\ Capitan.app/Contents/Resources/createinstallmedia --volume /Volumes/MyVolume --applicationpath /Applications/Install\ OS\ X\ El\ Capitan.app

Wie gesagt ist dieser Befehl speziell für das “MacOS El Capitan” Betriebssystem, möchtest du ein anderes Betriebsystem auf den Stick installieren, musst du dir den passenden Text auf der Apple Seite kopieren und im Terminal einfügen.

Anschließend forderte mich das Terminal auf mein Administratorpasswort einzugeben. Die Eingabe des Passworts wird im Terminal nicht angezeigt, was mich anfangs sehr irritiert hat. Nichtsdestotrotz muss man die nicht sichtbare Eingabe mit der “Enter” Taste bestätigen und nochmals mit “Y” beglaubigen.

Danach fing das Terminal an die bootbare Version von MacOS auf meinem USB-Stick aufzuspielen. Mit den Worten “Copy complete.” und “Done.” wird auch das erfolgreiche Ende der Installation anzeigt. Jetzt musste ich nur noch den Stick auswerfen, in meinem MacBook einstecken und das MacBook mit halten der [Wahltaste (alt)] einschalten. Ich landete somit im Bootmenü des Macs und wählte hier den USB Stick als Boot Partition aus. Das war es auch schon.

Der Rest ist Geschichte. Nach knapp 30 Minuten war die Installation vollzogen und mein MacBook betriebsbereit. Ob er nun seinen Zweck als “Mobile-Blogging-Maschine” erfüllen kann oder nicht, könnt ihr bald in einem erscheinendem Retro-Test nachlesen.

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