Wie ein Stanley Kubrick Film, der MacBook Pro Retro Test (15″, 2,53 GHz, 2009)

Mal unter uns, taugt so ein (Ur)Alt Mac noch für Standard Aufgaben wie Surfen und Officekram? Diese Frage durfte ich mir zwangsläufig stellen, da ich glücklicherweise und äußerst gunstig in den Besitz eines MacBook Pro aus dem Jahre 2009 gekommen bin. Erhofft habe ich mir aber nicht viel, da der verbaute Intel Core 2 Duo schon in meinem “HP Compaq 8510p” sichtlich an Altersschwäche litt.

Wie dem auch sei, nach meinen eher unbefriedigenden Erfahrungen mit dem Ubuntu Revolve G2 und dem tastaturbetriebenen iPad, durfte auch das MacBook Pro im Rennen der “senilen” mobilen Blogging-Maschine antreten.

Der Testkandidat im Auslieferungszustand

  • Prozessor: 2,53 GHz Intel Core 2 Duo
  • Arbeitsspeicher: 4 GB 1066 MHz DDR3-SDRAM
  • Festplatte: 250 GB Serial-ATA, 5.400 U/Min.
  • Laufwerk: 8x SuperDrive Laufwerk (DVD±R DL/DVD±RW/CD-RW)
  • Grafik: NVIDIA GeForce 9400M Grafikprozessor mit 256 MB DDR3 SDRAM (Hauptspeicher)
  • Bildschirm: 15,4″ mit einer Auflösung von 1440 x 900 Pixeln (Matt)

Meine Anforderung

Meine Anforderungen sind nicht allzu hoch gesteckt und umfassen eigentlich nur das einfache mobile arbeiten. Also hauptsächlich bloggen, etwas surfen und Mails kontrollieren. Ersteres sollte aber möglichst verzögerungsfrei funktionieren und auch der Umgang mit mehreren offenen Tabs darf keine Probleme bereiten.

Fotos sollte auf reiner Recherche Ebene bearbeitet werden können. Das heisst jetzt nicht die kompliziertesten Render Aufgaben, aber kleinere Bildbearbeitungen wie unter Skitch, Photo Effekt Studio oder Pixelate sollten schon möglichst zügig von statten gehen.

Videos müssen nur in einer Standardauflösung abgespielt werden, ein bearbeiten ist nicht nötig. Das war es auch schon, für viel mehr wird das MacBook nicht benötigt. Im Wohnzimmer befindet sich auch noch ein iMac 5K und dieser wird sowieso die Aufgabe des Primärrechners übernehmen.

Aufrüsten was die Technik hergibt?

Natürlich wäre es Unfug ein unangetastetes elf Jahre altes System ins Rennen zu schicken. Aus diesem Grund wurde das System “vernünftig” aufgerüstet. Vernünftig heißt hier möglichst günstig und an meine Bedürfnisse angepasst.

Haupt- und Massenspeicher

Da das MacBook Pro nur über eine SATA Schnittstelle verfügt und Massen an Massenspeicher für meine Bedürfnisse nicht notwendig sind, wurde auf eine sehr günstige 128 GB Version (Amazon) zurückgegriffen. Der Arbeitsspeicher hingegen wurde auf das Maximum was möglich ist erhöht. Was in meinem Fall 2 mal 4 GB (Amazon) bedeutet. Im Grunde genommen wars das auch schon mit dem aufrüsten und das System könnte so ohne Probleme getestet werden, wenn da nicht das leidige Akku Problem wäre.

Da ich mit Sicherheit oft abseits der Steckdose arbeiten möchte, zwar noch am Haus auf der Veranda oder in der Toskana, würde ich dennoch gerne auf ein Kabelgeziehe verzichten. Mit 7200 mAh und 79 Wh gehört der neu verbaute Akku (Amazon) zu den leistungsstärkeren seiner Art. Für deutlich weniger Geld, bekommt man auch schon weniger Akku für das MacBook.

Nach elf Jahren “Buchsengeziehe” leidet natürlich die Steckverbindung des Netzteils ein wenig. Das bemerkt man dadurch, dass nicht bei jedem x-beliebigen Kontakt des MagSafe Anschlusses auch eine Ladung stattfindet. Man könnte zwar damit Leben indem man kontrolliert ob die am Stecker verbaute Led auch leuchtet, aber darauf würde ich gerne verzichten. Das neue Ladegerät (Amazon) besitzt auch etwas mehr Power als das Original, nämlich 85W anstatt deren 60W.

So gerüstet kann es auch schon zu meinem kleinen Selbsttest “2009er MacBook Pro” vs. “Jahr 2020” gehen.

Haptik und Optik

Wie bei einem Stanley Kubrick Film, sieht man dem MacBook Pro 15 Zoll (A1286) das Alter nicht wirklich an. Klar, es gibt gewisse Abnutzungserscheinungen die einem das Alter verraten können, aber das Unibody Gehäuse mit seinem Anspruch auf Minimalismus muss sich nicht vor der heutigen Konkurrenz verstecken.

Die Robustheit des Aluminiumgehäuses ist im Vergleich zu anderen Notebooks aus jener Zeit erstaunlich. Es knarzt nichts, es wackelt nichts und auch das Scharnier des Displays hält immer noch in jeder Position. Schon alleine die gelaserten Löcher für die Stereolautsprecher verdienen eine Erwähnung, was ich ja hiermit getan habe. Das MacBook Pro ist einfach immer noch hübsch anzusehen, auch wenn er für heutige Verhältnisse etwas zu viel auf den Hüften hat.

Die direkt in das Gehäuse eingelassenen Tasten der Tastatur sehen nicht nur super Edel aus, sie lassen sich auch noch nach 11 Jahren astrein bedienen. Das kann man von den heutigen Modellen leider nicht mehr behaupten. Was aber viel wichtiger als edle Optik ist, ist das die Tastatur sich zur Mitte hin nicht durchbiegt. Gerade letzteres ist mir bei der Konkurrenz aus der selben Zeit beinahe durchgehend aufgefallen. Hier aber nicht! Alles ist Betonhart auch bei stärkerem Druck der Tasten gibt nichts nach.

Das aus Glas gefertigte Trackpad ist bis jetzt das beste was mir untergekommen ist. Die Gleiteigenschaften, die zahlreicher Multitouchgesten und das das komplette Trackpad als Taste fungiert, ersparen mir bis heute das anschließen einer externen Maus. Und weiß Gott, bisher habe ich alle Notebooks mit Maus bedienen müssen, da das handeln mit normalen, also nicht Apple Touchpads, immer ein absoluter Graus war.

Abmessung und Gewicht

Mit einer höhe von 2,41 cm (Breite: 36,4 cm, Tiefe:24,9 cm) und einem Gewicht von knapp 2,5 Kilo ist man heutzutage schon mobileres gewohnt, aber nur in der Subnotebook Klasse. Günstige Notebooks, welche über ein optischen und ein 2,5″ HD Laufwerk verfügen, sind auch heute noch die gleichen “Ziegelsteine” wie 2009 das MacBook Pro.

Optiknote: Sehr Gut

Man kann auch nach elf Jahren keine schlechtere Note geben, dass geht einfach nicht. Immer noch super anmutig und erstklassig verarbeitet.

Display und Grafik

Ok das Display ist echt schlecht, aus der heutigen Sicht. Es mag sein das man damals noch mit knapp 110 DPI und einer Auflösung von 1440 x 900 den ein oder anderen Köder hinterm Ofen hervorlocken konnte, aber heutzutage hat man schon alle Mühe sich bei diesem Anblick nicht selber die Augen auszustechen. Keine Ahnung was Apple da geritten hat. Vielleicht hätte ich doch auf den 17 Zöller des gleichen Baujahrs wechseln sollen, denn dieser hat zumindest eine Auflösung 133 DPI.

Die Helligkeit geht hingegen in Ordnung und die Farben sind dank dem vollem sRGB-Farbraum auch zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch hübsch anzusehen.

Die verbaute NVIDIA GeForce 9400M zwackt zwar ihre 256MB Grafikspeicher vom Hauptspeicher ab, kann aber noch locker meinen Anforderungen genüge tragen. Selbst Videos in HD sind kein Thema, bei Full HD kommt es hingegen schon zu gelegentlichen rucklern.

Bilder bearbeiten ist alleweil noch möglich, zumindest in den Formaten die ich auch zu Webseiten Zwecken benutze. Weder bei Skitch noch bei SeaShore kam es deshalb zu Verzögerungen.

Displaynote: Ausreichend

Und sas gerade noch so. Es ist einfach schwer verwöhnte HiRes Augen mit groben Pixeln zu beleidigen. Davon abgesehen kann man auch heute noch gut mit dem gezeigten Leben.

Das MacOS in der Praxis

Jetzt kommen wir endlich zum eingemachten, das Arbeiten mit dem 2009er MacBook Pro im Jahr 2020. Das MacBook Pro 15 Zoll lässt offiziell nur OS X El Capitan (10.11.6) auf seine Platte. Es gibt zwar eine halb dubiose Möglichkeit das aktuelle MacOS Catalina zu installieren, aber der Selbsttest hat offenbart das dass geschmeidig arbeitende El Capitan unter Catalina leidet.

Damit habe ich ja schon verraten was ich mir eigentlich für das Fazit aufheben wollte. Das Betriebssystem arbeitet zügig und nur mit minimalsten Verzögerungen. Obwohl neben dem schreiben dieses Artikels noch 14 Tabs samt einigen Standard Programmen geöffnet waren, spürte ich kein nennenswertes lagging und auch der gefürchtete Beachball blieb bisher aus.

Das ich auf Grund von MacOS El Capitan auf Siri und eine iCloud Synchronisation verzichten muss, ist zwar bedauerlich aber für meine Zwecke vernachlässigbar. Das ich aber mein MacBook mal locker 6 Stunden ohne aufzuladen benutzen kann, ist hingegen nicht nur großartig sondern exzellent.

Praxisnote: Befriedigend

Auch heute arbeitet man zügig, solange man nicht übertreibt. Die Akkulaufzeit ist für dieses Baujahr überraschend gut.

Fazit

Surfen, Emails lesen und Artikel schreiben klappen wunderbar mit dem MacBook Pro (15″, 2,53 GHz, Mitte 2009). Das einfache bearbeiten von Fotos mit Seashore oder Image Tricks Pro geht wunderbar und selbst Videos lassen sich in HD (720p) flüssig abspielen.

Da es sich hierbei schon um den zweiten Artikel handelt, den ich ausschließlich mit dem MacBook Pro geschrieben habe, ist bewiesen das das einfache Arbeiten mit dem 2009er MBP noch richtig Spaß macht. Selbst bei Alltagsarbeiten wie Mails abrufen oder surfen wird mittlerweile das alternde 15er Macbook bevorzugt, obwohl sich ein 2017er iPad im Haushalt befindet. So gesehen hat mich das MBP voll überzeugt. Als alleiniger Rechner würde ich ihn dennoch nicht einsetzen, da es doch schon einige Apps gibt die unter MacOS El Capitan nicht mehr funktionieren.


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